Mondyoga – Im Einklang mit Himmel, Körper und Zeit
Es gibt Bewegungen,
die folgen Plänen.
Und es gibt Bewegungen,
die folgen dem Leben.
Ich begann zu verstehen,
dass mein Körper kein Uhrwerk ist.
Kein System,
das jeden Tag gleich funktionieren muss.
Er ist ein Wesen aus Zyklen.
Aus Ebbe und Flut.
Aus Öffnung und Rückzug.
Aus Licht und Schatten.
Wie der Mond.
Seit jeher lenkt er die Gezeiten.
Die Pflanzen.
Die Tiere.
Die Rhythmen der Erde.
Warum also nicht auch mich?
Im Jahreslauf wandert der Mond
durch alle Zeichen,
durch alle Elemente,
durch alle Qualitäten des Seins.
Er bringt Tage der Kraft.
Tage der Stille.
Tage der Klarheit.
Tage der Tiefe.
Und mein Körper antwortet.
Nicht immer laut.
Nicht immer deutlich.
Aber immer ehrlich.
Mit Spannung oder Müdigkeit.
Mit Weite oder Rückzug.
Mit Sehnsucht nach Bewegung
oder nach Ruhe.
Mondyoga entstand für mich
aus diesem Lauschen.
Aus der Bereitschaft,
nicht mehr über meinen Körper zu bestimmen –
sondern mit ihm zu sprechen.
Nicht gegen meine Zyklen zu arbeiten,
sondern mit ihnen.
So wurde jede Praxis
zu einem kleinen Ritual der Achtsamkeit.
Einem Dialog zwischen Himmel und Erde.
Zwischen Mond und Atem.
Zwischen Seele und Muskel.
Erst danach begann meine eigene Reise.
Mondyoga – Im Rhythmus mit mir selbst
Yoga wurde für mich erst dann wirklich stimmig,
als ich aufhörte, es immer gleich zu machen.
Ich merkte:
Ich bin nicht jeden Tag gleich.
Meine Kraft ist nicht jeden Tag gleich.
Meine Stimmung ist nicht jeden Tag gleich.
Warum sollte mein Körper es sein?
Durch den Mond begann ich, mich anders zu bewegen.
Ich fing an, auf seine Phasen zu achten.
Auf Neubeginn, Wachstum, Fülle und Rückzug.
Und ich erkannte mich darin wieder.
An Neumond war ich oft stiller.
Nach innen gewandt.
Bedürftig nach Ruhe.
Also erlaubte ich mir,
sanfter zu sein.
Mehr Atem.
Mehr Dehnung.
Weniger Leistung.
In der zunehmenden Phase
spürte ich mehr Energie.
Mehr Lust auf Bewegung.
Mehr Kraft.
Ich nutzte sie,
ohne mich zu überfordern.
Zum Vollmond war ich oft offen.
Emotional.
Wach.
Manchmal sensibel.
Manchmal sehr klar.
Dann bewegte ich mich bewusst,
um mich zu sammeln.
Und im abnehmenden Mond
durfte alles wieder langsamer werden.
Loslassen.
Weich werden.
Zurückziehen.
Die Mondzeichen vertieften dieses Gefühl noch.
Manche Tage waren erdig.
Andere feurig.
Wieder andere luftig oder fließend.
Ich lernte, das zu respektieren.
Nicht gegen mich zu üben.
Sondern mit mir.
So wurde Yoga zu Mondyoga.
Nicht als Konzept.
Nicht als Methode.
Sondern als Beziehung.
Zwischen meinem Körper,
meinen Gefühlen
und dem Rhythmus des Lebens.
Ich hörte auf, mich zu zwingen.
Ich begann, mich zu begleiten.
Mondyoga lehrte mich,
dass Selbstfürsorge nicht starr ist.
Sie ist lebendig.
Heute frage ich mich nicht:
Was „sollte“ ich tun?
Sondern:
Was brauche ich jetzt?
Und ich vertraue der Antwort.
Je mehr ich mich in meinem Körper zuhause fühlte,
desto deutlicher nahm ich wahr,
dass mein Inneres aus vielen Ebenen besteht.
Ich spürte Blockaden.
Öffnungen.
Spannungen.
Und Momente tiefer Ruhe.
Es war, als würden sich innere Räume zeigen,
die lange auf Aufmerksamkeit gewartet hatten.
So begann meine Reise
durch die Chakren.